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Zu den Wurzeln des Buß- und Bettages

Der auch in der Neuapostolischen Kirche gepflegte Buß- und Bettag wurde in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1995 durch Länder-Beschluss als gesetzlicher Feiertag abgeschafft, ausgenommen im Bundesland Sachsen. Damit ist er aber als kirchlicher Feiertag nicht aufgehoben. Die neuapostolischen Christen begehen ihn im Abendgottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls. In Sachsen geschieht das im Gottesdienst am Vormittag.

Bußbräuche (Bußwerke, Bußkleider, Bußgesänge), um eingetretenes oder drohendes Unheil abzuwenden, sind in vielen Religionen schon über Jahrhunderte verbreitet. In den christlichen Kirchen, namentlich in der Zeit des Staatschristentums, ist die Anordnung von Bußtagen immer auch ein Vorgang von politischer Bedeutung gewesen, gewöhnlich in schweren Kriegszeiten oder bei anderen Katastrophen. Bereits Karl der Große (747 - 814) veranlasste etliche Bußtage.

Die Reformation hat diese Tradition fortgesetzt. Der Rat der Stadt Straßburg hat im Jahre 1532 den ersten evangelischen Bußtag angeordnet. In einer kaiserlichen Anordnung waren die Christen zum "Gebet gegen die Türken" aufgefordert worden. Diese Bußtage wurden ausgerufen, wann immer die Situation es erforderte. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden sie auf bestimmte Termine festgelegt. Der Vielzahl der deutschen Territorien entsprechend entstand eine Vielzahl Bußtermine. Um die Verschiedenheit auszugleichen, wurde zunächst 1853 in Preußen ein einziger Landes-Buß-und Bettag für alle Konfessionen auf den Mittwoch nach Jubilate (dritter Sonntag nach Ostern) angestrebt. Er wurde zum Teil als politisch-bürgerlicher Festtag betrachtet.

1892/93 erfolgte dann auf Initiative der preußischen und evangelischen Generalsynode - getragen von dem Wunsch, nach der deutschen Reichsgründung 1871 viel Einheitlichkeit herzustellen - die Festlegung des Buß- und Bettages auf den November-Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Der letzte Sonntag des Kirchenjahres ist der Sonntag vor dem 1. Advent. Mit wenigen Ausnahmen in Süddeutschland schlossen sich damals alle Landeskirchen diesem preußischen Vorschlag an. So verfuhren auch die neuapostolischen Gemeinden im Deutschen Reich. Und diese Praxis hat sich bis heute fortgesetzt.

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