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Fragen & Antworten

Hier finden Sie eine Sammlung von oft gestellten Fragen mit zugehörigen Antworten aus der Sicht des neuapostolischen Glaubens.

Worin unterscheidet sich die NAK grundlegend von anderen Kirchen?

Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale betreffen das Verständnis von Apostelamt (heilsnotwendig zur Vorbereitung auf die Heimholung der Braut beim Wiederkommen des Herrn), Geistmitteilung (sakramentale Spendung der Gabe des Heiligen Geistes), Eschatologie (Glaube an die nahe Wiederkunft Christi). Außerdem bestehen Unterschiede zu anderen Kirchen in der Lehre vom Leben nach dem Tod und der damit verbundenen Möglichkeit der Heilsvermittlung für Entschlafene.

Ist die Neuapostolische Kirche eine Sekte?

Der Begriff „Sekte“ ist im heutigen Sprachgebrauch nicht wertneutral, sondern weist eine deutlich negative Tendenz auf. Misst man den Inhalt der Glaubenslehre am Evangelium, ist es haltlos, die Neuapostolische Kirche als Sekte abzuqualifizieren.

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen klassifiziert die Neuapostolische Kirche als größte christliche Sondergemeinschaft in Deutschland.

Gibt es in der NAK die Pflicht zum regelmäßigen Gottesdienstbesuch?

Das Verhältnis der neuapostolischen Christen zu Gott findet seinen Ausdruck unter anderem im regelmäßigen Besuch der Gottesdienste; der Gottesdienstbesuch soll jedoch nicht einer – gefühlten – Pflicht oder Verpflichtung entspringen, sondern in einem inneren Verlangen begründet sein.

Seit wann gibt es den Mittwochs-Gottesdienst?

Der Mittwochs-Gottesdienst reicht in die Anfänge der NAK zurück. In den im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstandenen katholisch-apostolischen Gemeinden war das Ziel – wie in der katholischen Kirche – jeden Tag in der Woche Gottesdienst zu feiern. Auch heute gibt es in vielen katholisch-apostolischen Gemeinden noch mittwochs Gottesdienste.

Gibt es auch in der NAK ein Kirchenjahr?

Ja, mit der Einführung der neuen „Leitgedanken zum Gottesdienst“ – so lautet der Titel der Monatsschrift für Amtsträger der NAK – im Dezember 2007 hat sich auch die NAK dem Kirchenjahr verpflichtet.

Warum gibt es in der NAK so viele Amtsstufen, die teilweise nicht aus der Bibel ableitbar sind?

In den urchristlichen Gemeinden gab es noch keine klar definierte und feste Ämterordnung. So lässt sich z. B. aus den biblischen Berichten nicht erkennen, worin sich der Auftrag der Ältesten von dem der Bischöfe unterschied. Entscheidend ist daher nicht, dass sich unsere heutigen Amtsbezeichnungen und Amtsstufen genau mit den biblischen decken, sondern dass – wie in der Urkirche – alle Ämter aus dem Apostelamt hervorgegangen sind – dem einzigen Amt, das Christus selbst gab und bevollmächtigt hat. Auf diesem unveränderlichen Fundament ruht die kirchliche Amtsordnung. Die Ausgestaltung dieser Ordnung in Form einzelner hierarchisch getrennter Amtsstufen hat sich im Lauf der Geschichte der NAK entwickelt und ist wandelbar. Ordination in bestimmte Amtsstufen wie Apostelhelfer, Hilfsbischof, Gemeindeältester oder Unterdiakon werden nicht mehr vorgenommen, da deren Aufgaben entfielen oder von anderen Ämtern übernommen werden.

Was tut die NAK gegen rückläufige Mitgliederzahlen in Europa?

Der Rückgang der Mitgliederzahlen ist weitgehend durch die demografische Entwicklung bedingt; diese lässt sich von der Kirche nicht beeinflussen. In Regionen, die davon besonders stark betroffen sind, werden Konzepte entwickelt, damit tragfähige Strukturen auch in Zukunft kirchliches Leben gewährleisten. Dazu können zum Beispiel der Rückzug aus der Fläche und die Konzentration auf langfristig lebensfähige Kerngemeinden gehören. Für die Zukunft wird auch entscheidend sein, dass die Kirche nicht an Bindungskraft verliert.

Warum erhebt die Neuapostolische Kirche keine Kirchensteuer?

Der Grundsatz der Freiwilligkeit bestimmt seit jeher die Eigenfinanzierung der Neuapostolischen Kirche. Er ist in den Verfassungen der Gebietskirchen festgeschrieben. Anstelle fester Beiträge oder Steuern sind freiwillige Opfer und Spenden, deren Höhe das Kirchenmitglied selbst bestimmt, auch Ausdruck des Glaubens und der Verbundenheit der Gläubigen mit ihrer Kirche. Kirchensteuer ist darüber hinaus eine rechtliche Besonderheit des deutschen Steuersystems und außerhalb Deutschlands meist unbekannt.

Warum werden in der Neuapostolischen Kirche die Gebete und Predigten frei gesprochen?

Das hat vor allem geschichtliche Gründe: Mit der Abschaffung der katholisch-apostolischen Liturgie durch die Apostel Friedrich Wilhelm Schwartz und Wilhelm Menkhoff wurden Gebet und Predigt in freier Rede zum Kennzeichen des Gottesdienstes in der damaligen Allgemeinen Apostolischen Mission, der heutigen Neuapostolischen Kirche. Dabei stützte man sich auf die Sendungsworte Jesu an die Apostel aus Matthäus 10,19.20.

Was sagt die Neuapostolische Kirche zum Fasten?

Die Neuapostolische Kirche kennt keine Regelungen zum Fasten. Damit steht sie gewissermaßen in der Tradition der Reformation, die das Bußritual des Fastens als Ausdruck der von Christus überwundenen Gesetzlichkeit kritisierte. Ob jemand fastet oder nicht, ist in sein persönliches Ermessen gestellt. Nach Auffassung der Neuapostolischen Kirche ist das Fasten nicht heilsnotwendig.

Aus welchem Grund erhebt sich die Gemeinde beim Gemeindegesang innerhalb des Gottesdienstes?

Der gottesdienstliche Gesang ist eine Form des Lobpreises Gottes, daher ist die stehende Haltung ein Ausdruck der Ehrerbietung Gott gegenüber. Beim Gesang während der Abendmahlsfeier sitzt die Gemeinde nur darum, weil das anschließende Gebet im Sitzen verrichtet wird. Historisch gesehen ist das Vor-Gott-Stehen die eigentliche gottesdienstliche Grundhaltung. Bei allen liturgischen Vollzügen hatte die Gemeinde zu stehen – setzen durften sich nur die Geistlichen.

Ist die Neuapostolische Kirche exklusiv?

Wenn der Begriff „Exklusivität“ unterstellen soll, dass die Neuapostolische Kirche den ausschließlichen Zugang zum Heil beansprucht, lautet die Antwort Nein. Diesen Anspruch erhebt die Neuapostolische Kirche nicht.

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