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Buße - was bedeutet sie für uns?

Wir sehen in der Buße die von Gott dem sündigen Menschen geschenkte, durch Christi Opfer ermöglichte gnadenvolle Gelegenheit, aus dem Zustand der Unfreiheit und Unruhe, der durch die Sünde erzeugt wurde, durch die Vergebung in die völlige Freiheit und den Frieden mit Gott zu gelangen.

Der Mensch muss sich in seiner Sündhaftigkeit erkennen und sich bemühen, sein Leben nach Gottes Willen auszurichten. Es gibt Fälle, in denen zur Buße auch die Wiedergutmachung gehört. Vergebung der Sünden ist unmöglich ohne Bußfertigkeit, also ohne Reue, ohne Bereitschaft zur Umkehr; weder die Heilige Wassertaufe noch die Freisprache könnten ihre Wirkung voll entfalten.

Lässt sich ein Erwachsener taufen, bekundet er damit seinen Willen zur Umkehr: Künftig will er nach dem Evangelium leben.

Wie erwähnt ist vor jeder Sündenvergebung Buße erforderlich. Das aus dem Heiligen Geist kommende Wort Gottes lässt den aufrichtigen Gläubigen erkennen, dass er in Gedanken, Worten, Werken oder Unterlassungen gesündigt hat. Diese Erkenntnis darf uns nicht gleichgültig lassen, sondern soll Reue bewirken. Daraus erwächst die Sehnsucht, Gnade und Vergebung zu erlangen. Dazu müssen wir unsere Sünden bekennen (vgl. 1. Johannes 1,9). Dieses Bekenntnis setzt das Erkennen der eigenen Sünden voraus. In unseren Gottesdiensten erfolgt das Sündenbekenntnis im "Unser Vater", indem wir bitten: "Vergib uns unsere Schulden..."

Um wirklich Vergebung zu erlangen, muss der ernsthafte Vorsatz gefasst sein, sich zu bessern, von der verkehrten Handlungsweise umzukehren und es künftig anders zu machen. Wenn wir uns an anderen Menschen versündigt haben, sind wir auch verpflichtet, behebbare Schäden wieder gutzumachen.

Aber - und das unterscheidet unser Bußverständnis von dem vieler anderer: Wir brauchen für unsere Sünden keine Strafe abzuleisten. Dadurch, dass Christus sein opfer gebracht hat, sind keine äußerlichen Werke mehr notwendig, um Vergebung der Sünden zu erlangen. Das ist für uns die großartige Erkenntnis, dass Jesus Christus zwar Buße im Sinne von Reue, Umkehr und wenn möglich Wiedergutmachung fordert, aber die Strafe auf sich genommen hat nach dem Prophetenwort: "Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn" (Jesaja 53,5-7; vgl. auch 1. Petrus 2,24.25).

So liegt für uns in jedem Gottesdienst die Aufforderung zur Buße - aber immer verknüpft mit dem Vertrauen auf Gottes Gnade. Es besteht allerdings die Gefahr, dass man sich der Notwendigkeit der Buße nicht bewusst ist.

Buße stand also nicht nur am Anfang des Evangeliums, sondern ist auch heute wichtig für uns. Der Zeitraum, in dem uns Gelegenheit zur Buße gegeben ist, ist die Gnadenzeit, die Zeit göttlicher Geduld. Ihr Ende ist nahe, denn es steht der Tag bevor, an dem Christus die Verheißung seiner Wiederkunft erfüllt. Daran lassen wir keinen Zweifel aufkommen, sondern sind uns bewusst: "Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass sich jedermann zur Buße kehre" (2. Petrus 3,9).

Auszug aus "Unsere Familie" Spezial: Lehre und Erkenntnis, Zusammenfassung III, S. 13-14
Veröffentlichung im Internet mit Genehmigung der Verlag Friedrich Bischoff GmbH

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