Sie befinden sich auf dem Archiv der Website der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland.
Seit dem 19.6. ist unsere neue Website zu finden unter: http://www.nak-nordost.de

„… gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand“

(16.09.2015) Fallersleben. Es gab wohl keinen freien Platz mehr in der Kirche Fallersleben, und das an einem Mittwochabend. Die Geschwister der Gemeinde waren zusammengerückt und freuten sich, dass viele Wolfsburger Geschwister die kurzfristige Einladung zum Apostelgottesdienst am 16. September 2015 angenommen hatten. Apostel Burchard hielt seinen letzten Gottesdienst im Kirchenbezirk Braunschweig vor seiner geplanten Ruhesetzung.

Unser Apostel diente mit dem Bibelwort „Der HERR hat nicht mit unsern Vätern diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute hier sind und leben“ (5. Mose 5, 3).

Das Eingangslied „Ach komm, füll unsre Seelen ganz“ (GB 233) sowie das Lied des Chores „Ins Wasser fällt ein Stein“ (DLW 96b) wollten zunächst nicht wirklich zu diesem Textwort passen. Diesen scheinbaren Widerspruch sprach der Apostel auch gleich an. Ursprünglich wollte er ein anderes Wort verwenden, entschied sich jedoch kurzfristig dazu, mit einem „ganz frischen“ Bibelwort aus dem Stammapostel-Gottesdienst in Auckland, Neuseeland, zu dienen.

Dennoch ging er zunächst auf den Inhalt des Chorliedes ein. Der Stein, den man ins Wasser wirft und der Wellen entstehen lässt, ist unsere Liebe. Man mag nun denken, dass nach kurzer Zeit von diesen Wellen, die der Stein verursacht, nichts mehr zu sehen ist. Am Rande des Sees jedoch gibt es einen Mikrokosmos; winziges, mit dem Auge nicht wahrnehmbares Leben. Dort kann auch der kleinste Ausläufer einer Wellenbewegung große Dinge bewirken. Wir denken manchmal, dass wir unsere Liebe vergeuden, wenn sie nicht sofort angenommen wird. Aber unsere Liebe dauert länger und erreicht auch Sphären, in denen wir gar keinen bewussten Einfluss mehr haben. Apostel Burchard betonte, wir sollen mit unserer Liebe hineingehen in unser Leben. Und somit verriet er uns doch das Wort, was er für den Abend zunächst vorgesehen hatte: Segnet vielmehr, tut die anderen Dinge nicht, sondern segnet, denn ihr seid dazu berufen, dass ihr den Segen ererbt (vgl. 1.Petrus 3, 9.

Um diese Aufgabe zu verdeutlichen, brachte der Apostel drei Beispiele aus der Heiligen Schrift. Zum einen, wie alle Menschen sich von Bartimaeus abgewandt hatten, weil er sie mit seinem Geschrei nervte. Doch Jesus zeigte Interesse und half dem Blinden. Außerdem sprach er die Situation an, als Mose vom Berg herunterkam und sah, wie seine Brüder das goldene Kalb bauten. Obwohl auch er darüber sehr ergrimmt war, zeigte Mose sich Gott gegenüber solidarisch mit seinen Brüdern. Er bedrängte Gott, ihn und sein Volk für dieses Fehlverhalten nicht sterben zu lassen. Diese Solidarität sollte auch in unserem Alltagsleben unsere Gesinnung sein, denn letzten Endes sind alle Menschen Schwestern und Brüder und Gott ist unser Vater.

Als drittes Beispiel führte der Apostel Stephanus an. Er vergab seinen Peinigern. Hätte er nicht allen Grund gehabt, Rache einzufordern?  Wenn wir Ungerechtigkeit erleiden, meinen wir oft, dass dann etwas zurückgegeben werden muss, eine göttliche Strafe folgen soll. Dies ist jedoch nicht christlicher Sinn.

Apostel Burchard ging dabei auf aktuelle gesellschaftspolitische Veränderungen in unserem Land ein. Er stellte deutlich heraus, dass wir als christliche Kirche an der Seite all der Leidenden stehen und es uns nicht zusteht, zu differenzieren, wem Hilfe zuteilwerden soll und wem nicht. Er rief die Geschwister auf, Liebe auszugießen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Einzelne oder in den Gemeinden Flüchtlinge zu unterstützen.

Der zweite Teil der Predigt beschäftigte sich mit dem Bibelwort des Abends. Gott hatte in der damaligen Zeit ein Volk erwählt und wollte es in das verheißene Land führen. In diesen vierzig Jahren wuchs eine Generation heran, die den Auszug aus Ägypten und die Durchquerung des Schilfmeeres gar nicht mehr miterlebt hatte. Vielleicht hatte sich die neue Generation mit den Verhältnissen, in denen sie lebte, abgefunden und längst arrangiert. Deshalb erinnerte Gott nun insbesondere die Jüngeren daran, dass dieser Bund noch existiert und immer noch hochaktuell ist: Der Bund der Väter ist auch euer Bund. Ich habe euch ein Gesetz gegeben, damit ihr gesegnet seid.

Der Apostel sprach im Gottesdienst auch besonders die jungen Geschwister an. Allen gilt Gottes Liebe, heute wie damals, den Jungen genauso wie den Eltern.

Begegnung mit dem auferstandenen Gottessohn hatte nur ein kleiner Kreis. Alle anderen müssen daran glauben. Wir betrachten Jesu Tod und Auferstehung als Fakten, ansonsten bräuchten wir im Gottesdienst kein Heiliges Abendmahl zu feiern. Wenn am Tag der Wiederkunft Christi ein Volk auferstehen wird, wird sich erfüllen, was der Sohn Gottes vorhergesagt hat. Der liebe Gott steht auch heute zu seinem Wort. So, wie er damals das israelitische Volk mit Manna versorgte, schenkt uns Gott auch heute alles, was wir brauchen. Seine göttlichen Gebote stehen unwandelbar bis in die heutige Zeit und sollen uns nicht einengen, sondern zum Segen gereichen. Damit schloss sich der Kreis des Gottesdienstes. Wir sollen nicht das tun, was andere auch tun – das Ungute, die Unbarmherzigkeit, den Neid. Nein, vielmehr sollen wir segnen, weil wir dazu berufen sind, den Segen, den uns Gott zugesagt hat, zu ererben.

In diesem Gottesdienst wurde das jüngste Mitglied der Gemeinde Fallersleben versiegelt. Außerdem wurden zwei Diakone in ihrem Amtsauftrag in ihrer nunmehr nicht ganz neuen Gemeinde bestätigt. Diese Handlungen gaben Grund zu großer Freude unter den Geschwistern.

Text: O.F./ Fotos: H.S.

online seit 21.09.2015
Kategorien: Gemeindeleben, Startseite, Regionale Meldungen

Weiterempfehlen

 
in nacworld