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Die vier Fenster

Abb. 1: Fensterfotos der vier Gemeinden in der oberen Hälfte und die daraus abgeleiteten Computergrafiken

Abb. 2: Vier Beispielkreuze aus der ersten Planungsphase, bei denen die Kreuzenden die computertransformierten Gemeindefenster enthalten.

Abb. 3: Endgültige Fenster-Installation im Cafeteria-Bereich. Im Uhrzeigersinn von links oben: H.-Mitte, H.- Wülfel, H-Anderten, H.-Misburg.

Abb. 4: Ein alternativer Vorschlag einer Kreuzvariante aus der Planungsphase, wobei die Originalfenster an den vier Ecken zur Darstellung kommen.

Die Geschichte beginnt zum Zeitpunkt der Ankündigung einer geplanten Zusammenlegung der Gemeinden Hannover Mitte, -Wülfel, -Misburg und -Anderten. Für alle vier Gemeinden war der bevorstehende Verlust ihrer Kirchengebäude schmerzlich und von „gemischten Gefühlen“ geprägt, Verlustängste und Überfremdungssorgen bestimmten ein wenig den Gemeindealltag.

In dieser leicht melancholischen Zeit wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die Ideen und Wünsche der Gemeindemitglieder für ihre zukünftige Gemeinde zusammentragen sollten. Dabei entstand in einer der Arbeitsgruppen die Idee, etwas aus jeder Gemeinde in die neue Kirche mitzunehmen – zum Beispiel die Fenster. Dies sollte helfen, den Identitätsverlust zu bekämpfen, zur Trauerarbeit beizutragen.

Die Gruppenmitglieder besorgten zunächst Fotos der Gemeindefenster. Dann wurden repräsentative Ausschnitte ausgewählt, computergrafisch ausgeschnitten (Abb.1), rotiert und in verschiedene Kreuzvarianten eingefügt, die dann in einer Posterausstellung vorgestellt wurden (Abb. 2). In der Planungsphase wurden weitere verschiedene Möglichkeiten angedacht und ausprobiert. So hatte man ursprünglich ein ganzes neues Fenster angedacht, welches die Insignien der Ursprungsgemeinden enthalten sollte.

Trotz positiver Reaktionen der Gemeinde geriet die Idee allmählich in Vergessenheit, weil andere Dinge in den Vordergrund rückten. Aber rechtzeitig vor der Kirchweihe kam wieder Dynamik in die Sache und es wurde eine einfachere, aber modern offene Variante angefertigt (Abb. 3). Dieser Vorschlag fand breite Zustimmung und wurde umgesetzt.

Jetzt lassen die vier Computergrafiken vor dem Weiß der Wand im Cafeteria-Bereich ein angedeutetes Kreuz entstehen und entsprechen so dem spirituellen Gesamtkonzept des Gebäudes. Auch wenn der schöne, zukunftsweisende Kirchenbau die Trauer vergessen lässt, soll dieses Kunstobjekt doch die Erinnerung an die Wurzeln wachhalten, aus denen die neue Gemeinde hervorgegangen ist. Das ist trefflich gelungen!

J.B.

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