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Letzter Gottesdienst des Bezirksapostels im Bezirk Erfurt

(11.05.2016) Erfurt. „Mein schönster Blick, mein Lieblingsblick, ist der Blick auf Jesus“, mit diesem Satz beendete Bezirksapostel Wilfried Klingler seinen letzten Gottesdienst im Kirchenbezirk Erfurt. Geschwister aus vielen Gemeinden des Kirchenbezirks waren zu diesem besonderen Gottesdienst am Mittwochabend nach Erfurt gekommen.

Als Grundlage für diesen Gottesdienst nahm der Bezirksapostel das Bibelwort, mit dem der Stammapostel am Sonntag zuvor in Schweden gedient hatte:

„Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offenbarung 22, 13).

Auf das Eingangslied des Chores „Anbetung will ich, Herr, dir bringen“ eingehend sagte der Bezirksapostel: „Wir haben viele schöne Lieder, die unser Gottvertrauen bekräftigen, die unterstreichen, dass der Wille des Herrn geschehen soll. Das singt sich so schön, wenn man nicht selbst in einer Situation ist, wo man den Willen Gottes nicht versteht. Wie ist es, wenn man selbst einen Schicksalsschlag erleiden muss, sozusagen ein Hiobsgeschehen. Spätestens dann denkt man über solche Sätze intensiver nach. Dann können schon Zweifelsgedanken kommen. Geschwister, ich sage euch: Wer noch nicht gezweifelt hat, der hat auch noch nicht richtig geglaubt. Wenn uns der Zweifel aber abbringen sollte, dann ist er gefährlich.“

Anhand der Psalmen zeigte der Bezirksapostel, wie der Psalmist seine Verzweiflung herausschrie. Erst wenn wir unsere Sorgen, unsere Nöte dem Herrn herausgeschrien haben, erkennen wir die Hilfe durch Gott. Diese können wir nicht von Menschen erhalten.

Der Großvater des Stammapostels Urwyler ist manchmal aus seinem Büro gekommen und hat laut gerufen: „Lobe den Herrn meine Seele!“ Seine Frau hat ihn angesehen und gesagt: „Du hast es heute bestimmt wieder sehr schwer.“ Ich kann nicht dem lieben Gott sagen „danke, lieber Gott, dass ich arbeitslos geworden bin, dass ich einen lieben Menschen verloren habe, dass eine Verbindung in die Brüche gegangen ist“, das wäre unmenschlich. Aber zu sagen „du bist der Allmächtige Gott“, das ist wahres Loben und Preisen.

Wenn du fällst, fängt Gott dich auf. Tiefer kannst du nicht fallen, als in die Hand Gottes. Gott will dich heben, er will dich tragen. Gott ist so groß.

Wenn im Frühling die Natur erwacht, sind wir fasziniert von dem Grünen und Blühen. Wir sehen, dass alles durch den allmächtigen Gott geschaffen wurde. Wenn wir unseren Lebensweg einmal betrachten, erkennen und bewundern wir die Größe Gottes.

Wir stehen bewundernd vor dem Opfer Jesu. Christus ist für dich gestorben und hat für dich den Weg in die ewige Gemeinschaft mit Gott freigemacht.

Die Freude aus einem Gottesdienst ist oft nicht von Dauer. Menschliche Freuden sind vergänglich. Christus garantiert uns die Freude, die ewig hält. Wir werden in der Ewigkeit nicht aufwachen und sagen: „Also gestern war es doch schöner!“ Mit unserem Bibelwort will uns Christus sagen: „Ich bin ewig, ohne Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich bin alles in Einem.“ Christus ist der Ursprung des Heils, der Erstgeborene und der Auferstandene.

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Nicht ihr habt mich erwählt! Ich habe euch erwählt!“ Gott und Jesus haben uns zuerst ein „Ja“ gegeben. Dann haben wir ihm unser „Ja“ gegeben in der Taufe, in der Heiligen Versieglung und in der Konfirmation. Er braucht uns, damit das Evangelium verbreitet werden kann.

Christus ist der Erste, der uns geliebt hat. Wir haben im Leben viele Situationen erlebt, wo aus Freundschaft und Treue große Enttäuschungen entstanden sind. Aus der Begleitung und Wegbereitung durch unseren Nächsten sind oft Steine auf unserem Weg geworden. Jesus ist der Letzte, der uns noch liebt, wenn alle uns schon verlassen haben. Er ist der Letzte, der uns begleitet und bei uns bleibt.

Auf die Statistik von 1993 (Amtsantritt als Bezirksapostel) eingehend, sagte der Bezirksapostel, dass er etwas erschrocken ist. Die Gemeinden und die Mitgliederzahlen sind zurückgegangen. Entscheidend ist nicht die Anzahl an Gemeinden, Mitgliedern, Amtsträgern oder Chormitgliedern. Entscheidend ist, dass diese Gemeinde bestehen bleibt, bis der Herr kommt.

Jesus ist auch Herr über die Zeit. Er bestimmt, wer zur Gemeinde und zur Braut gehört. Mit dem Amt kann man sich keinen Vorteil für die Ewigkeit verschaffen. Wir dienen Christus und nicht zum Gefallen des Stammapostels, des Bezirksapostels oder unseres Vorstehers. Seelsorge heißt, ich mache mir Sorgen um den Nächsten um Jesu willen. 

Mit dem Herrn fangen wir alles an und beenden alles mit dem Herrn. Wir legen alles in seine Hand und nehmen alles aus seiner Hand. Und was wir nicht ändern können oder nicht verstehen, das lassen wir in seiner Hand.

Bischof Ralph Wittich sagte in seinem Predigtbeitrag, das Wort „unbefristet“ habe ihn bewegt. Eltern haben Schwierigkeiten, den Kindern den Begriff „Ewigkeit“ verständlich zu erklären. Die Antworten sind meist unbefriedigend. Im Abendmahl können wir einen Vorgeschmack auf die ewigen Freuden erleben.

Im Abschlussgebet gedachte der Bezirksapostel in ganz besonderer Weise der Familien und Angehörigen im Kirchenbezirk, die vor Kurzem in sehr großes Leid gekommen sind.

Bezirksältester Holger Niebhagen bedankte sich mit einem Blumenstrauß beim Bezirksapostel für dessen langjährige Tätigkeit.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst mit musikalischen Beiträgen des gemischten Chores sowie von Instrumentenspielern, Solisten und dem Jugendchor.

Obwohl es schon sehr spät am Abend war, verabschiedete sich der Bezirksapostel persönlich bei den Gottesdienstteilnehmern.

 

 

Text /Fotos: AN

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