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Ein lesbarer Brief Christi sein

(01.05.2016) Plauen. Im Kirchenbezirk Plauen war es der letzte Gottesdienst, den Bezirksapostel Wilfried Klingler während seiner aktiven Amtstätigkeit mit ca. 670 Geschwistern aus den Gemeinden Falkenstein, Auerbach, Lengenfeld, Reichenbach, Greiz, Jösnitz und Plauen feierte.

Im Mittelpunkt seiner Predigt stand das Bibelwort 2. Korinther 3,3:

„Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen.“

Bezugnehmend auf das vom Chor vorgetragene Lied „Der Herr ist mein Hirt“ sagte Bezirksapostel Klingler, dass ihn beim Anhören dieses Hirtenpsalms (Psalm 23) viele Gedanken durchs Herz gezogen sind. Denn dieser Psalm bringt u. a. auch ein Treueversprechen gegenüber Gott klar zum Ausdruck: „Ich werde ein Leben lang im Hause des Herrn bleiben.“ Doch das ist nicht immer leicht zu halten, weil Dinge passieren, die wir uns nicht so vorgenommen haben. Oft brechen wir unwillentlich den Bund mit Gott. Wir kommen in Situationen, wo wir Gottes Nähe nicht oder kaum noch spüren. Zweifel und Angst bleiben nicht fern. Diese Gemütsverfassung dürfen wir Gott gegenüber ruhig offenbaren, so wie David es im 22. Psalm getan hat. Der Bezirksapostel bezeichnete dieses Kapitel als ein Klagelied. Suchen wir die Nähe Gottes im Gebet. Jesus hat es uns vorgemacht. Und lassen wir uns von unserer Glaubensgemeinschaft trösten. Schauen wir wie Asaf, einer der Anführer des Chors von König David, das Ende an, das Gott dem Gläubigen, dem Gottesfürchtigen bereitet.
Vergessen wir nicht: Es gibt immer einen Platz, es gibt immer eine Gemeinschaft, es gibt immer den Gott, der für uns da ist. Er sorgt stets dafür, dass wir nicht leiden und auf unserem Weg in die Irre gehen. Dieses Wissen gibt uns Zuversicht und Kraft. Dann können wir getrost in den Psalm 23 einstimmen.

Ein lesbarer Brief Christi sein – wie geht das?

Der Bezirksapostel verdeutlichte, dass die Wandlung des Apostels Paulus vom Christenverfolger zum eifrigen Verfechter der Jesu-Lehre nicht gleich allerorts registriert wurde. Die Nachrichtenverbreitung dauerte damals viel länger als heute. Umso verständlicher, dass manche Christen ihm zunächst skeptisch gegenübertraten. Selbst in Korinth sollte er sich als „richtiger“ Apostel ausweisen, obwohl er diese Gemeinde gegründet hatte und ihre Mitglieder kannte.

Paulus ließ sich jedoch nicht davon abhalten, der Gemeinde Jesu Willen kundzutun. Er erklärte ihr, dass es auf die Einstellung des Herzens ankommt. Nicht das geschriebene Wort allein, sondern das vom Geist Gottes inspirierte Wort möge Handlungsrichtlinie sein – damals wie heute.

Diese Handlungsrichtlinie hat Jesus selbst festgelegt: Er lebte seinen Jüngern und Mitmenschen den Umgang mit dem Nächsten vor. Er legte das Einssein, das Sendungsbewusstsein und die Wahrnehmung der Liebe Gottes in die Seelen seiner Jünger. Gottes Sohn nahm freiwillig Widerwärtigkeiten und Gefühlskälte auf sich. Er opferte sich für die Menschheit und hat so den Weg zu Gott geebnet. Dass diese unverrückbare Jesu- und Gottesliebe erkannt wird, war damals und ist auch heute Aufgabe des Apostolats.

Spiegeln wir diese Liebe in unserem Handeln immer wider? Unsere Liebesbeteuerungen gegenüber Gott und seinem Sohn dürfen nicht nur Lippenbekenntnisse sein. Doch dank der Unterstützung des himmlischen Vaters haben wir die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln hin zum Wesen Jesu.

Weitere Merkmale für einen lesbaren Brief Christi sind:

  • Wir finden unser Heil nur in Jesus Christus.
  • Wir sind uns der großen Liebe bewusst, ein Kind Gottes zu sein.
  • Wir haben erkannt, alles zu vermögen durch den, der uns gesandt hat.
  • Wir wissen: „Maranatha, unser Herr kommt!“

Diese Sätze mögen in unserem Herzen zu lesen sein.

Was „liest“ jemand, der noch nie mit uns bzw. unserer Kirche, unseren Gemeinden Kontakt hatte, wenn er erstmals unsere Bekanntschaft macht? Fühlt er sich an- und aufgenommen in unserer Gemeinschaft? Spürt er unser Gottvertrauen?

Fazit: Man braucht keine Empfehlungsschreiben, Urkunden oder Briefe, die unsere Herzenseinstellung bezeugen. Wir brauchen lebendige Gemeinden, die sich in ihrem Wesen hin zu Jesu Ebenbild entwickeln wollen. Die Gemeinde Christi wird nicht vollkommen sein, wie Jesus es war. Hierfür bedürfen wir stets der Gnade Gottes. Sich dessen bewusst zu sein, bringt uns weiter. Wir sollten eine Standortbestimmung vornehmen; uns überprüfen, an welchem Punkt wir genau stehen.

Apostel Wosnitzka nahm zu Beginn seines Mitdienens Bezug auf ein Lied, das zuvor eine Sängergruppe vorgetragen hatte. Darin hieß es, dass Jesus unser Anker ist. 

Er möge für jeden von uns solch ein fester Halt sein, denn er ist unverrückbar und seine Lehre ist unumstößlich.

Jesus machte zahlreiche Aussagen, wie er sich „seine“ Gemeinde vorstellt, welche Erwartungen er an sie hat. Er wünscht sich von uns Verhaltensweisen, die er seinen Jüngern in vielen verschiedenen Lebenssituationen vorgelebt hat:

  • Er gab Mut und Zuversicht.
  • Er nahm sich ausnahmslos aller an, die seiner Hilfe bedurften.
  • Er hatte Geduld und übte Nachsicht.
  • Er gab klare, unmissverständliche Hinweise – quasi Learning by doing (Lernen durch Handeln).

Wenn wir das so umsetzen, wird unser Umfeld wahrnehmen, was in unserem Herzen steht.

Nach der Sündenvergebung empfing ein Erwachsener das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Bezirksapostel Klingler machte deutlich, dass mit dieser Handlung Gott das Siegel „Du bist mein“ aufdrückt. Das damit verbundene Vermögen aus seinem Geist und seiner Liebe befähigt, in der Gemeinschaft zu leben und zu wirken. Denn ein Christ ist kein Einzelgänger. Gott ist Schöpfer und liebender Vater zugleich. Er beschützt, gibt Kraft und Hilfe.

Das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen empfingen stellvertretend die beiden Bezirksevangelisten des Kirchenbezirkes.

Am Ende des Gottesdienstes ergriff Bezirksältester Standke das Wort. Er dankte Bezirksapostel Klingler im Namen aller Geschwister des Kirchenbezirkes für sein Dienen über fast zwei Jahrzehnte in seinem Arbeitsbereich.

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Chor, Sängergruppen und Instrumentalisten umrahmt.

Text: sica / Fotos: U.S.

online seit 03.05.2016
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