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Interview mit Bezirksapostel Klingler

(23.02.2009) Hannover. In einem Gespräch mit der Redaktion der Zeitschrift "Unsere Familie" erläuterte Bezirksapostel Wilfried Klingler sein Anliegen, in die Umsetzung der Vision "Gemeinde 2010" auch seine Arbeitsbereiche Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen mit einzubeziehen. Das in "Unsere Familie" Nummer 4, 20. Februar 2009, veröffentlichte Interview ist auf dieser Website nachzulesen.

 

Sie haben das bereits durch Stammapostel Fehr herausgegebene Leitbild "Dienen und Führen" durch zusätzliche Aktivitäten umgesetzt. Was fasziniert Sie daran?

Ich halte das Leitbild "Dienen und Führen" für eine großartige Errungenschaft unserer Kirche. Wir haben damit eine klare Leitlinie, christliches Leben in unseren Gemeinden weiter zu pflegen und zu fördern. Das Leitbild zielt in seinem Kern auf die innere Haltung, die wir von uns selbst und unserem Nächsten haben. Wir sagen auch: Es geht um unser Menschenbild! Das wirkt sich nicht nur in Führungsaufgaben aus, sondern auch auf die Predigtpraxis und die Seelsorge.

Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?

Es geht uns um das Zentrum des Evangeliums: "Du sollst Gott von ganzem Herzen lieben und deinen Nächsten wie dich selbst!" Es geht einfach ausgedrückt um die Grundhaltung: "Ich bin okay, du bist okay!" Konkret: Ist mein Nächster für mich auf Augenhöhe? Hat er den gleichen Wert wie ich? Behandele ich ihn von oben herab, oder nehme ich eine unterwürfige Position ein? Jede Haltung wirkt sich auf die Verkündigung, auf das Dienen und Führen sowie auf die Seelsorge aus.

Wie begann der Leitbildprozess in Niedersachsen?

Wir haben 2002 die Vorsteher gefragt: Wo drückt bei euch der Schuh? Sie kamen an Wochenenden in kleinen Gruppen zusammen und sprachen, ohne dass jemand von der Kirchenleitung dabei war, offen über ihre Sorgen. Dann haben wir uns im Kreis der Apostel das Ergebnis angeschaut. Erst haben wir gedacht, das ist ein rein organisatorischer Prozess. Als wir uns intensiver mit der Thematik befassten, stellten wir fest: Das wird auch ein geistlicher Prozess. Das Leitbild geht viel tiefer und bedeutet eine innere Betrachtung bei einem jeden persönlich.

Was haben Sie an sich festgestellt bzw. verändert?

Ich persönlich habe heute eine andere Predigtpraxis als vor zehn Jahren. Ich arbeite mit wesentlich weniger Appellen oder Vorhaltungen. Ich bemühe mich, das Wort Gottes freudig und geprägt von der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu verkündigen und jeden Gläubigen mit Verständnis zu begleiten, immer aus der inneren Haltung: Vor mir sitzen Kinder Gottes, die ihren Glauben aus eigener Verantwortung leben können.

Welche Konsequenzen zogen Sie aus den Informationen der Vorsteher?

Im Kreis der Apostel entwickelten wir eine Vision "Gemeinde 2010" für Niedersachsen. Das Ziel lautet: "Das Wesen Christi soll in allen Bereichen unserer Kirche wachsen und erlebbar werden." Dazu wurden zehn Leitsätze verfasst, die bis zu dem genannten Zeitpunkt in den Gemeinden umgesetzt werden sollen (siehe pdf-Download). Diese Vision wurde im Jahr 2004 mit den Vorstehern besprochen. Dabei habe ich ihnen deutlich gemacht, dass diese Vision keine neuen Verhaltensregeln vorgibt. Sie diene einzig der Reflektion. Wenn ein Vorsteher aber von dieser Vision innerlich überzeugt sei und daraus Aktivitäten entstünden, die das Gemeindeleben veränderten, wäre das ideal.

Wie reagierten die Amtsträger auf den Leitbildprozess?

Mir war von Anfang an bewusst, dass dies ein langwieriger und teilweise auch schmerzhafter Prozess sein würde. So haben wir sehr lange über die vier Grundhaltungen, die man einnehmen kann, gesprochen (siehe Box). Viele Brüder waren der Ansicht: "Wir müssen doch sagen, was für die Geschwister gut ist." Doch darum geht es nicht, sondern es geht darum, den Geschwistern zu sagen, wie man wohin kommt, wie man sie begleitet.

Welche Resonanz kam aus dem Geschwisterkreis?

Es hat zu Anfang - neben vielen Aussagen wie "Endlich geht’s los!" - auch heftige Kritik gegeben. Wir Apostel haben erst im stillen Kämmerlein gearbeitet und uns selbst mit den Fragen auseinandergesetzt, denn es ist schwierig, so einen Prozess in die Öffentlichkeit zu tragen. Als ich dann die ersten Gedanken zur Vision äußerte, fragten sich natürlich viele: Was sollen wir mit diesem Leitbild machen? Das klingt alles so theoretisch. Die "Erfolgsformel" lautet: "Miteinander reden! Und das immer wieder!" Denn: Hören ist noch nicht Wissen, Wissen ist noch nicht Verstehen, Verstehen ist noch nicht Durchdringen. Aber erst wenn der Einzelne es durchdrungen hat, dann haben wir uns wirklich im Sinn Christi verändert. Dies braucht seine Zeit und viele Gespräche und Diskurse - natürlich auch im Kreis der Apostel.

Wie sieht nach sechs Jahren die Zwischenbilanz aus? Was wurde bisher erreicht?

Das fragen wir im Augenblick ab. Die Vorsteher haben beim letzten Vorstehertag eine Arbeitsunterlage mit 40 Punkten erhalten, die Merkmale einer lebendigen Gemeinde beschreiben. Diese werden sie zunächst für sich betrachten und auch mit dem Bezirksvorsteher besprechen. Jeder Vorsteher soll für sich ein Bild entwickeln: Was haben wir erreicht? Was muss in meiner Gemeinde noch bis zum Jahr 2010 passieren? Ich habe den Eindruck, dass viel erreicht wurde: Die Gemeinden sind vielerorts lebendiger; das offene Gespräch wird immer mehr gepflegt; Gottesdienste beziehen sich auf konkrete Lebenssituationen; die Geschwister verbringen mehr Zeit miteinander und bringen sich ein.

Hat die Vision "Gemeinde 2010" sich auf den Gottesdienstbesuch ausgewirkt?

Es ist für mich kein Maßstab, ob der Gottesdienstbesuch besser geworden ist oder schlechter. Für mich ist das Gemeindeleben das entscheidende Merkmal. Was hat sich in der Gemeinde verändert? Langfristig gesehen hoffe ich, dass wir die innere Migration - aus aktiven werden passive Mitglieder - aufhalten können. Daher ist 2009 für uns das Jahr der offenen und missionierenden Gemeinden. Ich wünsche mir, dass wir auch unsere Geschwister, zu denen wir den Kontakt verloren haben und die vielleicht nicht mehr unsere Nähe suchen, wieder erreichen. Diesen möchten wir zurufen: "Kommt und seht!"

Nimmt die Jugend aktiver am Gemeindeleben teil?

Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Jugend offener und freudiger wird und mehr für unsere Kirche einsteht.

Wie sehen bis 2010 die weiteren Schritte für Niedersachsen aus?

Wir vertiefen zwei Themen: "Noch ein Jahr bis 2010!" (das sind die eben genannten 40 Punkte) und "Unser Menschenbild" (Was ist unsere innere Haltung?). Das sind Impulse, die die Gemeinden intensiv beschäftigen werden. An die Bezirksämter werde ich einen weiteren Impuls geben: "Was bedeutet geistliche Führung?"

Nun haben Sie unter dem Titel "Vision 2014" einen zweiten Schritt eingeleitet.

Mein Anliegen ist, die beiden Arbeitsbereiche Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen in die Vision zu integrieren. Deshalb tagen bis Mitte des Jahres vier so genannte Resonanzgruppen, je eine aus dem Kreis der Bezirksämter, der Vorsteher, der Jugend und der Bezirksjugendleiter. Jede Gruppe besteht aus 20 Personen. Sie kommen an drei Tagen zusammen und werden uns sagen, wie sie die Gemeinden und unsere Kirche erleben.

Warum startet der Leitbildprozess erst jetzt in Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen?

Ich wollte erst einmal hier in Niedersachsen in einem für mich überschaubaren und bekannten Kreis Erfahrungen sammeln. Das hat Zeit gekostet. Außerdem habe ich in unterschiedlichen Zeitabständen die beiden anderen Arbeitsbereiche übernommen. Inzwischen, muss ich offen gestehen, sehe ich diesen Leitbildprozess als eine für mich zentrale Aufgabe an.

Werden Sie den Leitbildprozess für 2014 für Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen anders einführen als in Niedersachsen?

Also die Vision bleibt unverändert "Das Wesen Jesu Christi in allen Bereichen erlebbar zu machen." Ebenso die zehn Leitsätze; die gelten für alle drei Arbeitsbereiche. Was wir verändert haben ist: Wie will ich die Vision umsetzen? In Niedersachsen hatten wir die Vorsteher zusammengenommen, haben eine Querschnittsgruppe gebildet und noch mal nachgeprüft: Sind das die vorrangigen Probleme? Was hat Priorität? Dann haben wir als nächsten Schritt mit der Vorsteher-Weiterbildung begonnen und einige Bezirksevangelisten zu Vorsteherberatern ausgebildet, die Vorsteher in schwierigen Gemeindesituationen bezirksübergreifend unterstützen.

Wie nahmen die Brüder dies auf?

Die Vorsteher und Bezirksevangelisten sehr gut. Allerdings haben wir den Fehler gemacht und die Bezirksältesten zu spät "ins Boot geholt". Deshalb gab es anfangs bei ihnen Vorbehalte. Ich habe dann mit den Bezirksvorstehern in Kleingruppen oder unter vier Augen gesprochen und das alles nachgeholt, was im Prinzip schon mit den Vorstehern und Bezirksevangelisten vorgearbeitet wurde. So kam der Prozess wieder in ruhiges Fahrwasser.

Wie wird nun die Vision Gemeinde 2014 in Sachsen-Anhalt und Sachsen/Thüringen auf den Weg gebracht?

Ich habe mehrere Veranstaltungen mit den Bezirksältesten durchgeführt und das Bild dieser Vision abgeglichen. Auch dort war die wohl intensivste Arbeit das Durchdringen des Menschenbildes. In gleicher Weise waren auch alle Apostel in ihrem Arbeitsbereich tätig. Dabei wurde uns deutlich, dass das Leitbild "Dienen und Führen" noch nicht ausreichend verinnerlicht ist oder zum Teil auch falsch verstanden wurde. Das sage ich ohne Vorwurf an die Brüder, denn es ist die Verantwortung der Kirchenleitung, dass wir verständlich und nachhaltig kommunizieren.

Wann wollen Sie die Ergebnisse der Resonanzgruppen vorstellen?

Sie werden auf den Vorstehertagen im September und Oktober präsentiert. Vorher setze ich mich mit den Bezirksämtern zusammen, um ihnen die Ergebnisse mitzuteilen, damit wir sehen: So ist die Resonanz der Geschwister auf die Vision 2014: Diese Punkte erleben wir schon - da und dort fehlt noch etwas. Dann gebe ich den nächsten Impuls: "Lasst uns an diesen Themen besonders arbeiten!" Es ist ein Entwicklungsprozess, in dem wir einen Schritt nach dem anderen gehen werden. Wir müssen ja überzeugen, die Geschwister abholen, wo sie sind, und sie dann dazu gewinnen, mit uns zu gehen!

Welche Aufgabe fällt den Vorstehern zu?

Für mich ist der Vorsteher die geistliche Leitung der Gemeinde. Ich glaube, er kann schon einschätzen, wie Geschwister mit Schwächen und Fehlern des Nächsten umgehen. Ob sich die Verkündigung verändert hat, kann er bei seinen Geschwistern erfragen. Zudem fördern wir intensiv, dass wir über die Gottesdienste sprechen, auch in Gesprächskreisen, und so auch etwas über die Wirkung der Predigten erfahren.

Besteht dabei nicht die Gefahr, dass der Gottesdienst zerredet wird?

Wenn ich eine wertschätzende Rückmeldung oder Kritik anbringe, dann zerrede ich nicht. Die wertschätzende Rückmeldung ist für mich ein wichtiges Element in der Kirche. Darunter verstehe ich auch, wenn jemand sagt: Diese Aussage im heutigen Gottesdienst habe ich nicht verstanden. Das hilft doch auch demjenigen, der gedient hat. Der Rückmeldende sollte ja möglichst nicht sagen: "Die Predigt war klasse!" - das hilft dem Predigenden nicht wirklich weiter. Sondern: "Mich hat dieser oder jener Gedanke besonders bewegt!" Oder auch: "Mich hat diese Aussage besonders unangenehm berührt!"

Offene Kommunikation scheint ein entscheidendes Kriterium für die Entwicklung zu sein?

Richtig - und es gelingt uns immer besser: An einem der jüngsten Vorstehertage kam eine Schwester zu mir, die verschiedene Themen präsentiert hatte, und sagte: Ich habe viel gehört, was dieser Prozess bewirken soll; aber dass das diese Offenheit bewirkt, wie Sie mit den Vorstehern sprechen, habe ich nie für möglich gehalten.

Lassen sich aus dem Leitbild interessante Aspekte ableiten, von denen Sie sagen: "Darüber sollten wir in der Kirche für die weitere Zukunft einmal nachdenken?"

Durchaus. Häufig betrachten wir in unserer Kirche den Menschen oft nur an seiner Tat. Das Leitbild sieht den Menschen vom Kern her. Vom Kern her ist er in Ordnung, aber er kann eben nicht alles. Das ist ein übergeordnetes Thema. Ein weiterer wichtiger Punkt bewegt uns. Bei uns heißt ein Satz: Gaben erkennen, anerkennen und fördern. Dies bezieht sich auf zwei wesentliche Tätigkeitsfelder in unserer Kirche: Seelsorge und Verkündigung. Insbesondere an den Kreis der priesterlichen Ämter wird heute eine Fülle von Anforderungen gestellt. Wir überfordern uns selbst, wenn wir glauben, dass jeder alles können muss. Das geht einerseits aus zeitlicher Verfügbarkeit und andererseits aus Gründen der unterschiedlichen Befähigungen nicht. Lassen Sie mich noch ein Wort zur Verkündigung sagen: Heute sind die Ansprüche und Erwartungen an eine gehaltvolle Predigt höher als vor 20 Jahren. Das hat viele Gründe und derjenige, der sich auf einen Gottesdienst am Sonntag oder am Mittwoch gut vorbereiten will, braucht entsprechende Zeit. Ferner geht es um die Seelsorge: Hier müssen wir meines Erachtens nach neuen Wegen schauen. Der Hausbesuch, wie wir ihn seit Jahrzehnten kennen, muss nach meinem Dafürhalten ergänzt werden. Heute braucht mal jemand eine schnelle Antwort, vielleicht eine E-Mail, oder einen Anruf. Oder der Jugendliche eine SMS. Geschwister müssen spüren, dass ihr Seelsorger ihnen innerlich nah ist. Ich plädiere für eine Seelsorge, die situationsbezogen ist; dafür muss jemand Kapazität haben.

Wie steht der Stammapostel zu diesen Bestrebungen?

Ich informiere ihn so viel wie möglich. Wenn er bei mir im Bereich ist, sprechen wir darüber. Viele Gedanken bewegen wir dann gemeinsam, besonders die Themen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Weshalb sind Sie in dem Punkt Leitbild so ein Unruhegeist?

Mein Ansatz ist einfach: Ich liebe diese Kirche! Wir brauchen für die Zukunft eine junge Generation, die nach diesem Leitbild lebt und die durch dieses Leitbild gewonnen wird. Darum liegt mir der Prozess so am Herzen. Darf ich kurz auf die Unruhe eingehen. Unruhe entsteht, wenn etwas Neues in Gang gebracht wird oder wir merken, jetzt hat es mit mir zu tun. Eine lebendige Gemeinde ist für mich eine Gemeinde, die im Wesen Christi erlebbar ist, im Miteinander, nach innen und nach außen. Die Apostel, die Bezirksämter und Vorsteher seelsorgerisch zu betreuen und weiterzuführen, das ist eine Sache, die geht in erster Linie mich an. Wenn ich diesen Prozess nicht persönlich mit der ganzen Kraft meines Seins fördere und nicht vorangehe, wird mein Anliegen unglaubwürdig. Deswegen bin ich an jedem Vorstehertag und habe dabei immer untermauert: Ich will diesen Weg! Da wollen wir hin! Da möchte ich euch mitnehmen! Das ist meine Überzeugung!

Gab es Amtsträger, die gesagt haben, diese Anforderungen sind zu hoch, ich gebe mein Amt zurück?

Ist mir nicht bekannt. Wenn jemand mit diesem Ansinnen zu mir käme, würde ich ihn fragen: Können Sie das nicht oder können Sie das noch nicht? Das ist für mich die entscheidende Frage. Wenn der Amtsbruder aber will, dann ist es für mich der beste Weg der Entwicklung.

Hat das ganze Projekt irgendwie Auswirkungen auf die innerkirchlichen Strukturen?

Ja. Ich persönlich habe erst mit einem enormen zusätzlichen Zeitaufwand gearbeitet. Jetzt bin ich in einer Phase, in der ich sagen kann, dass ich mich in Niedersachsen weniger mit Einzelfragen zu beschäftigen habe. Das läuft zwischen den Aposteln, Ältesten und Vorstehern. Der Vorsteher, der für mich die geistliche Leitung einer Gemeinde ist, weiß seinen Rahmen, in dem er tätig sein kann. Der hat ein Gespür dafür entwickelt, wo sollte ich jetzt mal rückfragen. Ich habe auch Verständnis dafür, dass es viele Dinge gibt, die in einer Gemeinde getan werden und in einer anderen nicht. Zum Beispiel: Zusammenkommen zu Bibelkreisen. Ich sage nicht "ihr müsst", sondern "tut, was gut ist für eure Gemeinde im Sinn des Leitbildes."

Spielen Gemeindezusammenlegungen eine Rolle bei diesen Betrachtungen?

Ich möchte diesen Leitbildprozess nicht als Gemeindeschließungsprogramm verstanden wissen. Dieser Eindruck ist anfangs entstanden, weil ich davon gesprochen habe, wenn wir lebendige Gemeinden haben wollen, müssen wir Kräfte bündeln. Wenn Gemeinden zusammengelegt wurden, waren die ausschlaggebenden Gründe der Gottesdienstbesuch oder die unzureichende Versorgung mit Amtsträgern, vor allem in ländlichen Bereichen, weil die Brüder in der Woche oft weit weg von ihrer Gemeinde arbeiten. Deshalb überlegen wir, ob es in solchen Regionen sinnvoll und möglich ist, Schwerpunktgemeinden zu bilden, in denen am Mittwochabend Gottesdienst ist. Da gibt es natürlich eine Schmerzgrenze, wo man sagen kann, da ist es nicht mehr machbar. Darauf werden wir achten.

Werden Sie Ergebnisse des Leitbildes "Dienen und Führen" den Bezirksaposteln vorstellen?

Wenn wir in Sachsen-Anhalt und Sachsen/ Thüringen den nächsten Schritt gemacht haben, werde ich einen Vorstoß machen. Ich erachte es für erforderlich, dass wir uns innerhalb der Gebietskirchen noch mal mit dem Leitbild beschäftigen. Für mich ist das mein Hauptgebiet. Ich binde alle Weiterbildungsmaßnahmen, die kommen, in diesen Prozess ein. Für uns in Mitteldeutschland ist dieser Leitbildprozess die Hauptlinie in der gesamten Kirche. Ich möchte, dass die Gebietskirche auf Dauer lebensfähig ist und die Geschwister gern hier sind. Mein Motto lautet: Ich habe die Gebietskirche nicht nur von meinen Vorgängern geerbt, sondern ich habe sie auch von meinem Nachfolger geliehen.

Das Gespräch führte Peter Wild.

Aus "Unsere Familie" Nummer 4, 20. Februar 2009, S. 24-29
Veröffentlichung im Internet mit Genehmigung der Verlag Friedrich Bischoff GmbH

Bezirksapostel Klingler

Bezirksapostel Klingler

Download

Grundsätze der Vision mit Erläuterungen:

"Unsere Gemeinden im Jahre 2014"
pdf-Datei (383 KB)

Europa-Jugendtag

Präsentation auf dem Stand der NAK Mitteldeutschland:

EJT-Infowand (ZIP)
32 Tafeln A4-hoch, Texte in Deutsch (4,6 MB)

EJT-Infowand (PDF)
32 Tafeln A4-hoch, Texte in Deutsch (6,1 MB)

EJT-Präsentation (PDF)
36 Folien A4-quer, Texte in Englisch (1,7 MB)

Grundhaltungen

Die vier typischen Grundhaltungen des Menschen:

  • Ich bin o.k.
    Du bist o.k.

  • Ich bin o.k.
    Du bist nicht o.k.

  • Ich bin nicht o.k.
    Du bist o.k.

  • Ich bin nicht o.k.
    Du bist nicht o.k.

Die Grundhaltung im Sinne Christi:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

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